Webhooky vs. ntfy vs. Pushover

20. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

Alle drei lösen dasselbe Problem: Dein Server, Skript oder Webhook soll dein Handy klingeln lassen, ohne dass du eine App baust. Sie treffen nur sehr unterschiedliche Kompromisse. Hier die ehrliche Version.

Die kurze Antwort

  • Du hostest alles selbst und lebst auf Android? Nimm ntfy. Open Source, auf dem eigenen Server unbegrenzt.
  • Du willst einen Einmalpreis und API-Tokens stören dich nicht? Nimm Pushover. 4,99 $ einmalig pro Plattform nach der 30-Tage-Testphase.
  • Du willst das schnellste Setup, vollwertiges iOS und Webhooks, die direkt posten? Nimm Webhooky. Installieren, Link kopieren, fertig – ohne Konto.

Vergleich

WebhookyntfyPushover
EinrichtungApp installieren, Link ist fertig – kein KontoTopic-Name wählen (gehostet) oder eigenen Server betreibenKonto anlegen, User-Key + API-Token holen
Nachricht sendenBeliebiges JSON an deine URL POSTenText an dein Topic POSTenPOST mit token-, user- und message-Parametern
Rohe Webhooks (Stripe, Shopify …)Ja – unbekannte Payloads fallen auf deine konfigurierten Texte zurückBody kommt als roher Text anNein – Absender müssen Pushovers API-Format sprechen
iOSNatives APNs, voller SupportApp existiert, hinkt Android aber deutlich hinterher (Apple limitiert Hintergrundverbindungen)Voller Support
Sounds40 Sounds, pro Endpoint und pro NachrichtEingeschränkt, besonders auf iOSGute Auswahl, eigene Uploads
Self-HostingNeinJa – die größte StärkeNein
Preis100 Benachrichtigungen gratis, dann 4,99 €/Monat oder 29,99 €/JahrSelf-hosted gratis; ntfy.sh-Gratis-Tier limitiert, Pro ab ca. 5 $/Monat4,99 $ einmalig pro Plattform (30 Tage Test)

Wo die Unterschiede wirklich wehtun

Webhooks von Drittdiensten

Stripe, Shopify oder GitHub können Pushovers token/user-Parameter nicht ausfüllen – da braucht es Middleware dazwischen. ntfy nimmt jeden POST an, zeigt dann aber den rohen JSON-Klumpen. Webhooky liest title, message und sound, wenn sie da sind, und zeigt sonst die für den Endpoint konfigurierten Texte – aus einem rohen Stripe-Webhook wird „💶 Neue Zahlung“ statt JSON-Salat.

iOS

Apple erlaubt Apps keine dauerhafte Verbindung im Hintergrund, jede Zustellung muss über APNs laufen. Webhooky und Pushover tun das nativ. ntfys iOS-App hängt selbst beim Self-Hosting an der gehosteten Infrastruktur, und der Entwickler dokumentiert offen, dass iOS hinter Android zurückliegt.

Wie geheim ist die Adresse?

Beim gehosteten ntfy kann jeder senden, der deinen Topic-Namen errät (das Topic ist das Passwort). Webhooky-Endpoints nutzen einen zufälligen 24-Zeichen-Key, und wenn eine URL doch mal leakt, löschst du den Endpoint mit zwei Taps und legst einen neuen an.

Fazit

Einen Alleinsieger gibt es nicht. ntfy hat seinen Platz in jedem Self-Hosting-Stack verdient. Pushover läuft seit einem Jahrzehnt zuverlässig, der Einmalpreis ist fair. Webhookys Nische sind Tempo und Einfachheit: kein Konto, Webhook-natives Parsing, eigene Sounds pro Ereignis wie die Registrierkasse beim Verkauf – in Google Play und im App Store. Probier die 100 Gratis-Benachrichtigungen und schau, ob es passt.

Du kommst von einem der beiden? Hier die Umstiegs-Notizen zu Pushover und ntfy.

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